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Altersgerechtes Wohnen – Worauf es ankommt

Auch im hohen Alter noch selbstbestimmt und glücklich wohnen

Enspricht ihre aktuelle Wohnung oder ihre Wunschwohnung wirklich den Anforderungen an ein altersgerechtes Wohnen? Korrigieren Sie die kritischten Punkte, damit Sie auch im Alter in ihrer gewohnten Umgebung leben und wohnen können.Damit die Freude über die Stadtwohnung oder das Haus im Grünen auch lange nach dem Kauf noch anhält, sollten Sie bedenken, dass niemand jünger wird. Niemand möchte seine Traumimmobilie verlassen, nur weil er altersbedingt nicht mehr darin wohnen kann. Und eine Immobilie verkaufen zu müssen, ist immer schlecht.

Früh beginnen

Der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses ist immer eine langfristige Entscheidung, daher sollten Sie sich auch nicht zu spät mit diesem Thema beschäftigen. Wie schön kann ein Garten sein, wenn Sie ihn nicht mehr ohne fremde Hilfe betreten können?

Auch für junge Leute lebenswert

Machen Sie sich schon in der Planungsphase Gedanken. Denn nicht nur Älteren bietet barrierefreies Wohnen mehr Komfort, auch jüngere Jahrgänge und Familien können davon profitieren. Denken Sie nur an schwere Einkäufe oder Kinderwagen.

Damit Sie auch im hohen Alter in ihrer ans Herz gewachsenen Immobilie wohnen bleiben können, möchte ich Ihnen hier einige Tipps gegen.

Eingangsbereich

Vermeiden Sie Stufen im Eingangsbereich, auch wenn diese noch so repräsentativ sind. Wenn Sie nicht auf eine Treppe verzichten können oder möchten, so achten sie auf ein stabiles, griffiges Geländer und auf genügend Platz, um später eine Rampe einbauen zu können. Dies gilt auch für Terrassen und Gartentären, je weniger Stufen, desto besser.

Eine Wohnung in einem Mehrparteienhaus muss auf jeden Fall per Aufzug zugänglich sein. Vermeiden Sie unbedingt einen Stopp auf einem Zwischenstockwerk, wie es häufig bei nachträglich eingebauten Fahrstühlen der Fall ist.

Parkplatz

Wer ebenerdig und nah parkt, der kann auch im hohen Alter noch selbst einkaufen fahren.

Hauseingang

Denken Sie daran, dass Kinder irgendwann mal ausziehen. Dann könnte es sich lohnen, im vorneherein bereits einen separaten Eingang für einen abtrennbaren zweiten Wohnbereich einkalkuliert zu haben. Dieser Wohnbereich kann flexibel von einem Mieter bewohnt werden oder eine Unterkunft für Pflegekräfte sein.

Türen

Alle Türen sollten mindestens 80 besser 90 Zentimer breit sein, damit Rollstühle oder Gehhilfen bequem hindurchpassen. Bei 90 Zentimetern reicht es sogar für die meisten Elektrorollstühle.

Schwellen

Auch die niedrigsten Schwellen können sich im alter, aber nicht nur dann, als Stolperfallen entpuppen. Lassen Sie sie weg oder ebnen Sie sie ein, wenn möglich.

Gänge und Flure

Ähnlich wie Türen benötigen auch Flure über die volle Länge eine Mindestbreite. Diese sollte 120 Zentimeter nicht unterschreiten. Denn dann lässt sich mit einem Rollstuhl auch bequem manövrieren.

Treppen

An den Treppenabsätzen sollte immer genug Platz sein, um Gehhilfen abstellen zu können. Planen Sie einen Platz für einen zukünftigen Treppenlift mit ein. Das Geländer sollte auch hier stabil und greifbar sein.

Fenster

Fenster sollten nicht zu hoch über dem Boden angebracht sein, damit Sie auch im Sitzen bequem in den Garten schauen können – als Faustregel gilt eine minimale Höhe der Fensterbank von 60 Zentimetern. Auch Fenstergriffe sollten aus Sitzhöhe erreichbar sein.

Badezimmer

Ein Badezimmer sollte immer genug Platz bieten. Dies ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. In einem schlauchförmigen Bad lässt sich nicht mit einem Rollstuhl umgehen. Hier gilt eine selbstverständliche Mindestbreite von 150 Zentimetern.

Eine Duschwanne sollte auf einen hohen Rand verzichten. So ist sie leicht betretbar. Sollte eine hohe Wanne dennoch gewünscht sein, berücksichtigen Sie einen Platz für eine bequeme Hebevorrichtung. Wenn Anschlüsse für Waschmaschinen und Trockner vorhanden sind, muss man nicht in den Keller zum Wäschewaschen.

Die Wände des Badezimmers müssen fest sein, um neben Toilette, Becken und Dusche bzw. Wanne Handgriffe anbringen zu können, die einen erwachsenen Menschen tragen.

Raumaufteilung

Man sollte damit rechnen, im Alter nicht mehr oder nicht mehr gut Treppen steigen zu können. Daher sollte man im Erdgeschoss möglichst ein Schlafzimmer und ein ausreichend großes Bad einkalkulieren. Eine Gästetoilette ist oft zu klein. Man kann aber zunächst eine Abstellkammer neben einem Gästebad einplanen und damit später eine Erweiterung schaffen – achten sie dabei aber auf die richtige Planung der Wasserleitung.

Soziales Netz und Umgebung

Gerade im Alter erkennt man den Wert einer intakten Nachbarschaft. Jeder braucht Hilfe, jeder braucht Zerstreuung. Wer sich gegenseitig hilft, ist akzeptiert und fühlt sich auch im hohen Alter gebraucht.

Öffentliche Verkehrsmittel sollten in Fußweite liegen. Für die kleinen Einkäufe zwischendurch sollte man einen Laden ebenfalls nur wenige hundert Meter entfernt wissen. Gibt es einen ambulanten Pflegedienst? Gibt es einen Allgemeinarzt in der Nähe?Gibt es Orte zur Zerstreuung: Theater, Parks, Kinos, Biergärten oder Cafés?

Eine Checkliste zum Mitnehmen bei ihrer nächsten Wohnungsbesichtigung:

  • guter Beleuchtung (auch nachts)
  • rutschfester Bodenbelag in allen Räumen, in Bad und WC
  • Haltegriffe in Bad und WC
  • einfach zu reinigende Ausstattung
  • barrierefreie Gestaltung der Wohnung, kein Schwellen oder Stolperfallen
  • gut erreichbare und sichere Haushaltsgeräte
  • gute Zugänglichkeit der Möbel
  • im Sitzen erreichbare Steckdosen und Lichtschalter
  • leicht öffnende Fenster und Türen mit Griffen in Sitzhöhe